Die Geschichte der Fotografie

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10.09.2021 22:26
#1
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War die Schöne Helena wirklich so schön, dass sich ihretwegen ein Krieg lohnte? Wir wissen es nicht, denn damals gab es noch keine Fotografie. Zwar soll sich schon Aristoteles mit der Camera obscura auseinandergesetzt haben, doch zu dieser Zeit war Troja schon längst zerstört.

Der englische Chemiker Humphry Davy entdeckte das lichtempfindliche Silberjodid und schuf damit die Voraussetzungen für die Fotografie. Die Erfindung der Fotografie wird aber dem französischen Maler Louis Daguerre zugeschrieben. Für die Daguerrotypie wurden polierte Silberplatten den Dämpfen von Jod und Brom ausgesetzt, wodurch sich Silberjodid und Silberbromid bildeten. Die Belichtung dieser Platten erforderte eine Belichtungszeit von mehreren Stunden. Entwickelt wurd das Bild mit Quecksilberdämpfen. Nach dem Fixieren mit Cyankali entstand ein seitenverkehrtes Bild.

Mit dem ersten wissenschaftlich berechneten Porträtobjektiv des Wiener Professors Josef Petzval konnte die Belichtungszei deutlich verkürzt werden . Der Optiker Friedrich von Voigtländer baute dieses Objektiv im Auftrag Petzvals.



Quelle Wikipedia

Daguerreotypien faszinierten durch die Wiedergabe kleinster Details. Bewegte Objekte blieben zunächst unsichtbar. Durch die Entwicklung lichtstarker Objektive war es aber möglich, Porträts anzufertigen. Aber es blieben entscheidende Nachteile bestehen. Das Verfahren war kompliziert und durch die Verwendung giftiger Chemikalien auch gefährlich. Die Bilder waren Unikate, es gab keine Kopien. Und die Bilder waren seitenverkehrt.



Daguerrotypie Quelle Wikipedia

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11.09.2021 09:09 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2021 10:57)
#2
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Es hat viele Bemühungen und Ansätze gegeben, die Nachteile und Beschränkungen der Daguerrotypie zu überwinden.
Glasplatten, die mit einer silberhalogenidhaltigen und lichtempfindlichen Emulsion beschichtet waren, konnten nach der Belichtung zu Negativbildern entwickelt werden. Die belichteten Silberhalogenidkörner sind instabil und können mit einem Reduktionsmittel in metallisches Silber umgewandelt werden. Im darauf folgenden Fixierprozess wird das unbelichtete Silberhalogenid aufgelöst.

Durch Umkopieren waren jetzt beliebig viele Kopien möglich. Und diese Kopien waren nicht mehr seitenverkehrt. Da es zunächt noch keine Vergrößerungsgeräte gab, waren die Plattenkameras groß. Das große Negativ wurde 1:1 im Kontaktverfahren von der Platte auf das Fotopapier kopiert und entwickelt. Das bedingte aber auch einen großen Auszug des Objektivs zur Scharfstellung. Mit einem Balg war dieses Problem gelöst und gleichzeitig konnte das Objektiv seitlich verschoben oder auch gekippt werden. Das eröffnet besondere Möglichkeiten, die moderne Amateur - Kameras nicht bieten. (Bildquelle Wikipedia)





Für diese speziellen Anforderungen (Vermeidung von stürzenden Linien in der Architektur oder Kippen der Schärfeebene) verwenden Profis auch heute noch Plattenkameras. Sie werden oft mit einer digitalen Rückwand versehen.

Stürzende Linien können zwar mit Photoshop und Co korrigiert werden, aber das Resultat ist nicht völlig vergleichbar mit dem Bild, das mit einem verschiebbaren Objektiv entsteht. Wer besonders hohe Ansprüche stellt, der kann seine Systemkamera mit einem TILT/SHIFT - Objektiv hochrüsten.

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11.09.2021 20:49 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2021 21:23)
#3
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Für einen Steifzug durch den Isaan war die Plattenkamera nicht geeignet. Es musste etwas Einfacheres her, sollte die Fotografie ein Hobby für das Volk werden. Und diese einfache Lösung war der Rollfilm, beschichtet mit der lichtempfindlichen Emulsion. 1888 begann Eastman Kodak mit der Produktion von Rollfilm zunächst auf Papier und später auf Celluloid. Den Celluloid-Rollfilm mit einer Silberbromid-Gelatine-Schicht hatte sich allerdings bereits 1887 Hannibal Goodwin patentieren lassen. Im folgenden Rechtsstreit musste Kodak sein Patent löschen, bezahlte allerdings Goodwin eine hohe Summe, um weiterhin den Rollfilm produzieren zu dürfen.

Dazu wurde eine einfache Boxkamera (Objektiv von Bausch & Lomb) entwickelt und ein Entwicklungsservice angeboten. Die Fotografie für alle war geboren.



Celluloid hat gute optische und mechanische Eigenschaften, weist aber auch gravierende Nachteile auf. Sein Hauptbestandteil ist Nitrozellulose, besser bekannt als Schießbaumwolle. Daher ist Celluloid leicht brennbar. Für die frühen Kinofilme aus Celluloid war das ein besonderes Problem, weil die Filmarchive der Gefahr ausgesetzt waren, durch Brand verloren zu gehen. Daher wurde der Celluloidfilm durch den Sicherheitsfilm auf Basis von Celluloseacetat ersetzt.

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11.09.2021 23:41
#4
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@Aluminator klasse Thread, genau so ein Thread hat hier noch gefehtl. Sehr interessantes Thema.

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12.09.2021 18:12 (zuletzt bearbeitet: 12.09.2021 18:21)
#5
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Das Wichtigste Zubehör für eine analoge Kamera ist der Film. Erst durch den Film ist es überhaupt möglich, zu fotografieren. Jeder Film besitzt eine andere Charakteristik bzw. andere Abbildungseigenschaften. Mit der Wahl des Filmes und der gewählten Entwicklung bestimmt der Fotograf den Charakter seiner Bilder.

Zunächst war die Fotografie nur schwarzweiß. Die fotografischen Platten in der Anfangszeit waren nur für kurzwelliges blaues Licht empfindlich, für grünes und gelbes Licht nur wenig und für rotes Licht gar nicht. Daher wurden blaue und violette Motive in frühen Fotografien oft weiß, gelbe und rote dagegen dunkel bzw. schwarz wiedergegeben.
Durch Beimengung von organischen Farbstoffen zur Emulsion wurde versucht, diesen Mangel zu beheben. 1883 kamen mit Eosin gefärbte isochromatische Gelatineplatten in den Handel. Blaue Motive wurden immer noch zu hell dargestellt, das konnte durch ein Gelbfilter ausgeglichen werden. Weitere Verbesserungen brachten höhere Empfindlichkeit und noch einmal bessere Wiedergabe der Tonwerte.

Diese orthochromatische Sensibilisierung wurde 1902 noch weiter verbessert, das Ergebnis war die panchromatische Sensibilisierung. Sie brachte endlich eine Richtigkeit der Tonwerte für alle Farben und ist bis heute die Grundlage für das in der Fotografie verwendete Filmmaterial.

Schwarzweiß – Filmmaterial lässt sich recht einfach zu Hause entwickeln. Man benötigt nur eine Entwicklerdose, die Chemikalien, Messzylinder und ein Thermometer.



Man kann sich den ganzen Aufwand natürlich sparen und den Film zum Entwickeln ins Fotolabor geben. Aber was ein richtiger Amateur ist, der entwickelt und vergrößert seine schwarzweißen Aufnahmen selbst. Er kann damit gezielt Einfluss auf das Ergebnis nehmen.

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12.09.2021 18:26
#6
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Ich habe früher meine Fotos selbst entwickelt, nicht nur die Bilder, sondern auch den Film.
Dabei hatte ich fast Alles von ILLFORD, den Entwickler, den Fixierer, das Fotopapier und auch
den Film. Die Art der Fotos wurde dabei schon durch die Auswahl des Papiers bestimmt, bei ILLFORD
gab es die Härtgrade 0 - 5. 0 stand für "weiches" Papier, für weniger Kontrast, das Schwarz-weiss
Bild hatte in erster Linie Grautöne. Härtegrad 5 hatte strenge Kontrast, und starke Abstufungen
zwischen schwarz und weiss.

Später knipste ich nur noch mit Dias, meist kaufte ich Filme von Fuji Color, fast immer 100 ASA, für
Nachaufnahmen auch mal einen mit 400 ASA, was mir an den Fuji Filmen gefiel, waren die knallbunten
Farben, bei Kodac waren diese weniger ausgeprägt.

Nachtaufnahme mit Fuji Color ASA 400

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13.09.2021 07:54 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2021 08:01)
#7
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Zitat von Hasi Psoong im Beitrag #6
Ich habe früher meine Fotos selbst entwickelt, nicht nur die Bilder, sondern auch den Film.
Dabei hatte ich fast Alles von ILLFORD, den Entwickler, den Fixierer, das Fotopapier und auch
den Film. Die Art der Fotos wurde dabei schon durch die Auswahl des Papiers bestimmt,


Da hast du natürlich recht. Es beginnt aber schon beim Film. Und mit der Entwicklung des Films kann man das Ergebnis (Gradationskurve) steuern. Mein Filmmaterial war ursprünglich ADOX KB 14, ein sehr niedrig empfindlicher und extrem feinkörniger Film. Entwickelt habe mit Einmalentwickler, zumeist RODINAL

Die Entwicklung der Papierbilder in der Schale sind ein faszinierender Vorgang. Wenn das Bild so langsam zum Vorschein kommt und immer deutlicher zu sehen ist .......



Eine besondere Rolle in der Farbfotografie spielte nach dem Krieg der Umkehrfilm, auch Diapositivfilm genannt. Der Vorteil des Dias ist der im Vergleich zum Papierbild wesentlich höhere Kontrastumfang. Zur großformatigen Betrachtung der Dias braucht man einen Diaprojektor.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c..._Prado_BW_1.JPG


„Die Menschen empfinden im Allgemeinen eine große Freude an der Farbe. Das Auge bedarf ihrer, wie es des Lichtes bedarf.“

Goethe: Zur Farbenlehre


Recht früh gab es auch Experimente und Bemühungen, die Farbe ins Bild zu bringen. Er war nicht der Erfinder der Farbfotografie, aber vor allen anderen Österreichern hat es der Erfinder und Wissenschaftler Carl Auer von Welsbach geschafft, Farbfotos zu entwickeln. Zu einem Wettrennen um die Einführung des ersten marktfähigen Farbnegativfilms kam es aber erst in den 30 - er Jahren zwischen KODAK und AGFA.

Zitat
Der erste Dreischichtenfilm wurde im April 1935 von Kodak vorgestellt und 1936 von Agfa in Wolfen auf den Markt gebracht. Nach diesem technisch ähnlichen Verfahren funktionieren Farbfilme prinzipiell bis heute. Während beim Verfahren nach Kodak früher die eigentliche Färbung aufwändig während der Entwicklung erfolgt, beinhaltete das einfachere Agfa-Verfahren diese bereits im Film. Das nach dem Weltkrieg vereinheitlichte und bis heute übliche Verfahren beinhaltet als Optimierung Bestandteile beider Verfahren, vereinfacht formuliert, die Methode nach Agfa, die Chemie nach Kodak.



Eine besondere Rolle in der Farbfotografie spielte nach dem Krieg der Umkehrfilm, auch Diapositivfilm genannt. Der Vorteil des Dias ist der im Vergleich zum Papierbild wesentlich höhere Kontrastumfang. Zur großformatigen Betrachtung der Dias braucht man einen Diaprojektor.

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13.09.2021 23:02 (zuletzt bearbeitet: 14.09.2021 05:34)
#8
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Die großen Namen der Fotochemie

Eastman – Kodak habe ich schon genannt. Seit der Gründung in den 1890 - er Jahren hat sich Kodak zum Weltmarktführer bei Rollfilmen und später beim Kleinbild entwickelt. Die Entwicklung und der Vertrieb von einfachen Box – Kameras sollte den Umsatz der Rollfilme fördern.

1935 erschien der Kodachrome Umkehrfilm. Er setzte den Maßstab Farbdiapositive. 1935 kam er auch als 16 mm – Schmalfilm auf den Markt. Der 35 mm - Kinofilm folgte 1936. 2009 wurde die Produktion eingestellt. Als Grund wurde angegeben, dass die chemische Fotografie nur mehr einen kleinen Teil im Umsatz von Kodak ausmache, und davon trage der Kodachrome nur 1 % bei.

Die letzte Rolle Kodachrome, die vom Band lief, fotografierte der Fotograf Steve McCurry, der mit dem auf Kodachrome aufgenommenen Porträt „Afghan Girl“ weltberühmt geworden war, So wird es jedenfalls gesagt.



Der Ektachrome-Farbumkehrfilm wurde noch bis März 2012 hergestellt. Dann wurde wegen zurückgehender Verkaufszahlen auch diese Produktion eingestellt. In dem Jahr meldete Kodak nach 130 Jahren Firmengeschichte Konkurs an, ein Opfer der Digitalfotografie. Jener Digitalfotografie, die ein Kodak – Mitarbeiter erfunden hatte.

Inzwischen gibt es Kodak und den Ektachrome wieder. Aber Kodak spielt keine große Rolle mehr in der Fotografie, es lebt in einer Nische

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14.09.2021 10:31 (zuletzt bearbeitet: 14.09.2021 10:41)
#9
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Bis 1986 fotografierte ich fast ausschließlich mit KODACHROME 64. In diesem Jahr bereiste ich die Insel Java - leider bei trübem Wetter und meist ohne Sonne. Das Ergebnis der Aufnahmen war mehr als enttäuschend. Die Farben flau, die Schatten eine trübe Suppe.
Das war der Anlass für mich zu FUJI zu wechseln. 1987 wiederholte ich daher die Reise quer durch Java mit FUJI 100. Für S/W habe ich XP 400 von Ilford verwendet. Die Ergebnisse mit diesen Produkten waren für mich (fast) immer zufriedenstellend bis ausgezeichnet. Bis 2019 blieb ich diesen Marken treu (dann kam Corona - und die Kameras sind seither "eingemottet").


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14.09.2021 12:39 (zuletzt bearbeitet: 14.09.2021 12:43)
#10
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Zitat von Alter Chinese im Beitrag #9
as war der Anlass für mich zu FUJI zu wechseln. 1987 wiederholte ich daher die Reise quer durch Java mit FUJI 100. Für S/W habe ich XP 400 von Ilford verwendet.


Die beiden Hersteller kommen auch noch an die Reihe. In der zeitlichen Abfolge kommt aber vorher noch AGFA. Dieses deutsche Chemie - Unternehmen ist ab 1887 in die Fotochemie eingestiegen.

Nachtragen möchte ich zunächst, dass Kodak in Deutschland auch Kameras produziert hat.

Kodak Retina

Spiegelreflexkameras (Retina Reflex)

Kodak Retinette

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14.09.2021 18:22
#11
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AGFA wurde 1867 als Gesellschaft für Anilinfabrikation mbH gegründet. Ab 1887 wurde die Produktion von neuen Entwicklersubstanzen (z. B. Rodinal) und Fixierbädern begonnen. Ab 1900 begann AGFA mit der Produktion von Rollfilmen und kinematografischem Filmmaterial. 1908 stellte AGFA den ersten Sicherheitsfilm vor. AGFA produzierte auch Zubehör, wie beispielsweise Blitzlampen. 1909 begannen bei Agfa die Arbeiten zur Farbfotografie.

1910 wurde in Wolfen die größte europäische und weltweit zweitgrößte Filmfabrik gebaut. Ab 1932 wurden Farbfilme unter der Bezeichnung Agfacolor hergestellt.

Vor dem Kriegsende hatte AGFA alle Patente an Bayer Leverkusen übertragen.

Nach 1945 lagen die Agfa-Fabriken in verschiedenen Besatzungszonen, was einen erneuten Zusammenschluss schwierig gestaltete. Daraufhin wurde am 1952 die Agfa AG für Photofabrikation in Leverkusen gegründet. Das heutige Unternehmen Agfa-Gevaert entstand 1964 durch eine Fusion der d Der breiten Öffentlichkeit wurde das Unternehmen durch seine fotografischen Produkte bekannt.

1964 fusionierte die deutsche Agfa AG und der belgischen Gevaert N.V. zu Agfa-Gevaert. Danach wurden die Farbumkehrfilme unter dem Namen Agfachrome verkauft. 1984 wurde Nach der Umstellung der Diafilme auf den von Kodak entwickelten Prozess E-6 umgestellt, der Markenname Agfachrome beibehalten. Diese moderneren Filme zeichneten sich durch eine natürlichere Farbgebung und feineres Korn aus.

2004 trennte sich AGFA Gevaert von der Fotosparte.

Ebenso wie Kodak hat auch AGFA Kameras hergestellt.

Die erste vollautomatische Kamera wurde von AGFA auf den Markt gebracht, die OPTIMA.

Kodak hatte mit INSTAMATIC ein Kassettensystem zum einfachen Einlegen des Films entwickelt. Mit dem [b]RAPID - System[/b] wollte Agfa dagegen halten. Das war aber ein Flop.

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14.09.2021 22:12
#12
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Wer AGFA sagt, der sollte ORWO nicht vergessen.

Die deutsche Fotoindustrie war vor dem Zweiten Weltkrieg in vielen Bereichen mit an der Weltspitze. Nach dem Kriegsende und den damit verbundenen Wirren sind viele bekannte Firmen in den Westen übersiedelt, so auch AGFA. Die Produkte sind aber mit dem Knowhow von AGFA auch in Wolfen weiter produziert worden. Im Westen war ihnen der Markenname AGFA verboten. Sie wurden unter der Marke ORWO (Original Wolfen) vertrieben. Die Schwarzweiß - Filme waren nicht schlecht, ich habe oft damit fotografiert.

In einer ORWO - Broschüre habe ich diese Geschichte der Fotografie gefunden:

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15.09.2021 07:23 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2021 07:53)
#13
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Und dann wäre da noch ILFORD.

Alfred Hugh Harman gründete 1879 ein Unternehmen zur Herstellung von fotografischen Platten in Ilford (heute ein Teil von London). Auch Ilford geriet mit der Digitalisierung der Fotografie in wirtschaftliche Turbulenzen und meldete 2004 Insolvenz an. Im Zuge dieser Insolvenz wurden die schweizerische und die britische Ilford wirtschaftlich getrennt. Aud dem britischen Teil entstand durch ein Management-Buy-Out die Ilford Photo Harman Technologies Ltd., die am Standort am Standort Mobberley, Cheshire erfolgreich Filme und Fotopapiere herstellt.

Wie schon erwähnt, habe ich früher gerne mit ADOX KB 14 fotografiert. Begonnen hat ADOX 1860 mit Röntgenfilmen. Auch die Geschichte dieses Unternehmens hat sich durch den Siegeszug Digitalfotografie turbulent gestaltet.

Der KB 14 hatte eine Empfindlichkeit von 14° DIN oder 20 ISO/ASA. Die Angabe der Empfindlichkeit in Grad DIN kennt heute kaum noch jemand. Was steckt da dahinter? Es ist ein logarithmisches Maß und es sind eigentlich Zehntel Grade gemeint. Eine Erhöhung der Empfindlichkeit um 3° DIN bedeutet eine Verdopplung der Filmempfindlichkeit. Warum? Der Logarithmus von 2 beträgt 0,3.

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16.09.2021 09:24
#14
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Aber eben nicht nur digital, sondern immer noch ein Hersteller von Filmmaterial für die chemische Fotografie!

Am 20. Januar 1934 gegründet, ist Fuji inzwischen 87 Jahre alt! Und ist damit der letzte Überlebende des Trios der drei großen Filmhersteller AGFA, Kodak und Fuji. Am 31. Dezember 2005 ist AGFA zahlungsunfähig und stellt die Produktion von Filmen und Fotopapier ein. Nur der Markenname AGFA lebt weiter... Am 7. Dezember 2011 lag die Kodak-Aktie unter einem Dollar. 2012 stellte Kodak die Produktion von Digitalkameras, Videokameras und digitalen Bilderrahmen ein. Am 3. September 2013 verkaufte Kodak seine Fotofilmproduktion und gab damit das ehemalige Kerngeschäft auf.

Doch Fuji hat alle Stürme des Fotomarktes überlebt und erfreut sich immer noch bester Gesundheit!
Ein paar Stationen aus der Fujifilm-Geschichte. (Quelle Wikipedia):

1934 Produktion der ersten Kinofilmmaterialien in Japan
1950 er Jahre Produktion des ersten Computers in Japan sowie des weltweit erste aufnahmefähigen Videobandes
1981 kommt der Umkehrfilm Fujichrome 100 auf den europäischen Markt.
Aktuell bietet Fuji neben Farbnegativfilmen (Fujicolor) und Umkehrfilmen (Fujichrome Velvia) auch noch Filme für die Sofortbildkameras Instax an. Aber das soll ein eigenes Kapitel werden, ich werde auf den genialen Dr. Land nicht vergessen.
1988 die erste Digitalkamera mit austauschbarem Speichermedium
Wegweisende Entwicklungen auf dem Gebiet der Sensoren für digitale Kameras

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16.09.2021 09:46
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16.09.2021 10:00 (zuletzt bearbeitet: 16.09.2021 10:02)
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Zitat von Aluminator im Beitrag #14
Doch Fuji hat alle Stürme des Fotomarktes überlebt und erfreut sich immer noch bester Gesundheit!

Ja - Ich, und viele meiner Freunde fotografieren noch immer mit Fuji. Ich habe einen japanischen Bekannten, der noch heute zeitweise und zusätzlich zu KB mit Planfilm von FUJI (wird noch hergestellt !) fotografiert.


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16.09.2021 21:01 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2021 06:59)
#17
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Hübsche Mädchen fotografieren? In Thailand kein Problem, die reißen sich geradezu darum, geknipst zu werden.



Aber danach wollen sie natürlich das Ergebnis sehen. In Zeiten der Digitalfotografie und der Smartphones kein Problem. Aber das war nicht immer so ....... vom Druck auf den Auslöser bis zum fertigen Bild hat es gedauert. Und darüber hat sich Edwin H. Land Gedanken gemacht. Aber nicht nur darüber, denn er war äußerst innovativ.

Studium der Chemie an der Harvard University

1932 Unterbrechung des Studiums, geht nach New York und erfindet das Polarisationsfilter

Er kehrte dann nach Harvard zurück, machte aber keinen Abschluss, sondern beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung seiner Ideen.

1937 Gründung der Polaroid Company

1947 präsentierte Land auf der Versammlung der Optical Society of America einen neuartigen, Land Camera genannten Fotoapparat, der kurz nach der Aufnahme ein fertiges Positivbild lieferte. Die eigentliche Innovation war nicht die Kamera, sondern der Film, der das gesamte Fotolabor zur Entwicklung des Bildes enthielt. Die Bilder waren schwarzweiß.



1963 kam der Farbfilm Polacolor auf den Markt. Zuvor, schon 1957 präsentierte Polaroid einen Diafilm, der binnen zwei Minuten projektionsfähige Diapositive lieferte.

Kodak stellte auf der Photokina 1976 ebenfalls Sofortbild-Kameras vor.



Polaroid strengte einen Patentprozess an und gewann ihn schließlich 1985. Kodak musste alle bis dahin verkauften Kameras zurück nehmen und an Polaroid Schadenersatz bezahlen.

Die digitale Fotografie stellte das Geschäftsmodell von Polaroid in Frage, denn mit mobilen Druckern konnte das Bild aus einer Digitalkamera sofort ausgedruckt werden. Als Ersatz für die klassische Sofortbildkamera brachte Polaroid eine Digitalkamera mit Minidrucker auf den Markt. Die Stammkundschaft akzeptierte diese digitale Lösung jedoch nicht. Seit Februar 2008 stellt das Unternehmen Polaroid keine Sofortbildkameras mehr her.

Nach dem Auslaufen die Patente produzierte auch Fuji bis 2016 mit Polaroid-Kameras kompatible Filme. Inzwischen sind von Fuji neue Sofortbildkameras mit eigenen Filmmaterialien auf auf dem Markt. Die Instax - Kameras erwiesen sich besonders bei jungen Leuten als Renner, obwohl die Bildqualität weder mit Bildern aus Smartphones und schon gar nicht aus Digitalkameras mithalten kann.

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17.09.2021 08:39 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2021 09:17)
#18
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Zitat von Aluminator im Beitrag #17
1932 Unterbrechung des Studiums, geht nach New York und erfindet das Polarisationsfilter


Filter waren in der Zeit der analogen (chemischen) Fotografie ein Thema. Mit Farbfiltern konnte in der Schwarzweiß - Fotografie der Tonwert der Farben verändert werden. Mit einem Rotfilter erschienen rote Objekte im Bild heller, grüne hingegen dunkler.



Für die Farbfotografie waren solche Filter ungeeignet, es sei denn, ein komplett verfälschter Farbton wäre erwünscht gewesen. Skylight - oder UV - Filter sollten den UV - Anteil des Lichtes reduzieren und damit Blaustich in Farbfotos vermeiden. Und es gab auch Filter , mit deren Hilfe man die Farbtemperatur der Lichtquelle korrigieren konnte. Alle diese Filter sind mit der digitalen Fotografie überflüssig geworden. Der Sensor ist UV - unempfindlich und die Farbtemperatur kann entweder von der Kamera oder von Photoshop & Co korrigiert werden.

Den Effekt des Polarisationsfilters kann Photoshop nicht nachträglich erzeugen, er wird daher auch heute noch in der Digitalfotografie noch gerne eingesetzt.

Vor allem in der Landschaftsfotografie sind Graufilter und Grauverlaufsfilter für manche Bildeffekte praktische Werkzeuge, deren Wirkungsweise nur schwer oder überhaupt nicht in einer Bildbearbeitungssoftware erzeugt werden kann. Außerdem ersparen diese Filters eine Menge Zeit in der digitalen Nachbearbeitung.

Bleibt noch der Weichzeichner, den wir aus den Mädchenbildern von David Hamilton kennen.



Aber diesen Filter können manche Kameras simulieren.



Das verleiht auch einem Mädchen von der up2you - Bar eine romantische Ausstrahlung.

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17.09.2021 21:44
avatar  Litti
#19
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Ich habe noch eine EK6 im Originalkarton. Ist die noch was wert?


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18.09.2021 15:27
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Zitat von Litti im Beitrag #19
Ich habe noch eine EK6 im Originalkarton. Ist die noch was wert?


Verwenden kannst du sie nimmer, weil es keine Filmmaterial dazu gibt. Du kannst versuchen, sie in willhaben.at oder auf Ebay anzubieten, vielleicht interessiert sich ein Sammler.

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