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Wie das Aluminium nach Salzburg kam
Zitat von Aluminator im Beitrag #1
Aber was hat das mit dem Aluminuum zu tun?
Zur Beantwortung dieser Frage muss ich etwas weiter ausholen. @Gordon_on_Tour hat im Thread "Fotowettbewerb Juli 2022" ein sehr schönes Bild vom Rheinfall bei Schaffhausen gepostet. Die Wasserkraft des Rheins war die Grundlage für die erste Aluminiumhütte in Europa. 1886 haben Charles Martin Hall und Paul Héroult gleichzeitig und unabhängig voneinander ein elektrochemisches Verfahren zur Herstellung von Aluminium erfunden. Dieses Verfahren wird – mit einigen Verbesserungen – noch heute industriell angewandt. Paul Héroult konnte Schweizer Industrielle dafür gewinnen, in Neuhausen am Rheinfall die erste Aluminiumhütte Europas zu errichten. Heute erinnert nur mehr eine Gedenktafel an die Geburtsstunde der ALUSUISSE und damit der Europäischen Aluminiumindustrie.

In der Folge expandierte die Alusuisse (damals Aluminium-Industrie Aktiengesellschaft, AIAG) zuerst nach Deutschland und 1899 in den kleinen Ort Lend in Österreich. Ein Ortsteil von Lend ist Embach (siehe #1).
Bildquelle Wikimedia
Das Hüttenwesen hat in Lend Tradition. Darauf weist das "Verwesschloss" (links im Bild) hin. Das Schloss diente als Amtssitz des Berg- und Hüttenverwalters der Salzburger Erzbischöfe am Gold- und Silberschmelzwerk in Lend.
Zur Herstellung von Aluminium sind große Mengen an elektrischer Energie nötig.
Speicherkraftwerk Kaprun im Pinzgau.
Glocknermassiv
Das überschüssige Wasser der Gasteiner Ache gelangt über diesen 'Wasserfall in die Salzach. Der Großteil des Wassers treibt die Turbinen eines Kraftwerkes. Der Strom wurde zur Erzeugung von Aluminium genutzt. 
In den 60 - er Jahren wurde der Söderbergbetrieb (recths neben der Bahn) durch eine moderne Elektrolyse (links neben der Salzach) mit vorgebrannten Anoden ersetzt.
Blick auf den neuen Elektrolysebetrieb mit damals modernster Alusuisse - Technologie
Elektrolyseofen mit vorgebrannten Andoden; Im Enbdausbau wurden 44 Elektrolyseöfen in Reihe (d. h. hintereinander) mit 220 Volt Gleichspannung betrieben. Stromstärke: 100 000 Ampere.
Die Öfen waren in der Elektrolysehalle U - förmig angeordnet, so dass eine elektrische Spule mit einer Windung entstand. Zwischen den beiden Ofenreihen herrschte ein enormes Magnetfeld, das jede mechanische Uhr zum Stillstand brachte. Menschen mit Herzschrittmacher durften die Halle nicht betreten.
Ende der 80 - er Jahre wurden die bis dahin offen betriebenen Öfen eingekapselt. Die Ofenabgase wurden abgesaugt und gereinigt, was einen enormen Fortschritt beim Umweltschutz bedeutete. 1992 wurde der Elektroysebetrieb still gelegt. Seither gibt es keine Rohaluminiumerzeugung in Österreich.
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